Die Reise in den 2. Reiki-Grad
In den letzten Tagen durfte ich einen ganz besonderen Meilenstein begleiten: Die Ausbildung eines wunderbaren Reikischülers in den 2. Reiki-Grad. Nachdem wir im ersten Grad die physische Ebene und die Kraft der direkten Berührung kennengelernt haben, hat sich nun ein neues Tor geöffnet. Es ist ein Weg, der uns weg vom reinen „Tun“ und tief hinein in das „Sein“ führt.
Der 2. Grad, im Japanischen Okuden genannt, bedeutet wörtlich „das tiefe Wissen“ oder „die innere Lehre“. Und genau das beschreibt diese Phase der Ausbildung am besten: Es ist eine Reise in die Tiefe unserer mentalen und emotionalen Landschaft.

Vergebung – Den Schlüssel zur Freiheit finden
Das zentrale Thema des 2. Grades ist die Vergebung. In dieser Ausbildungsstufe lernen wir, dass Energie weder Zeit noch Raum kennt. Wir arbeiten mit Symbolen, die wie Brücken fungieren – Brücken zu unserer Vergangenheit und zu unseren tiefsten emotionalen Mustern.
Vergebung bedeutet im Reiki-Kontext nicht, das Verhalten anderer gutzuheißen. Es bedeutet, die energetischen Fesseln zu lösen, die uns noch heute an alten Schmerz binden. Es ist ein Akt der Selbstliebe. Mit viel Mitgefühl schauen wir uns an: Was darf ich mir selbst vergeben? Wo halte ich noch an Groll fest, der meinen eigenen Energiefluss blockiert? In der Ausbildung schaffen wir einen geschützten Raum, in dem diese Tränen fließen dürfen, damit das Herz wieder weit werden kann.
Menschlichkeit und die Kraft der Verletzlichkeit
Den 2. Grad zu lehren und zu lernen, ist eine zutiefst menschliche Erfahrung. Wir begegnen unseren Schatten, unseren Ängsten und unseren vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Hier wird Reiki mehr als nur eine Technik – es wird zu einer Haltung des Herzens.
Menschlichkeit im Reiki bedeutet, zu erkennen, dass wir alle Lernende sind. Es ist die Erlaubnis, unperfekt zu sein. Meinem Schüler dabei zuzusehen, wie er sich diesen Themen öffnet, erfüllt mich mit großer Wertschätzung. Es erfordert Mut, sich nackt und ehrlich vor sich selbst hinzustellen und zu sagen: „Ich bin bereit, hinzusehen.“

Vertrauen – In sich selbst und in den Fluss des Lebens
Ein wesentlicher Teil der Ausbildung ist die Fernheilung. Hier geht es um Vertrauen. Wir lernen, darauf zu vertrauen, dass die Energie genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird – auch ohne physische Präsenz.
Dieses Vertrauen ist eine Einladung, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben. Wir vertrauen auf die universelle Lebensenergie und darauf, dass Heilung geschieht, wenn wir den Widerstand aufgeben. Für meinen Schüler beginnt jetzt eine Zeit, in der er lernen darf, seiner Intuition noch stärker zu folgen. Es ist das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und in die Führung, die uns alle leitet.
Verbindung – Wir sind nie allein
Schließlich lehrt uns der 2. Grad die wahre Bedeutung von Verbindung. Wir erkennen, dass wir auf energetischer Ebene mit allem und jedem verbunden sind. Trennung ist eine Illusion unseres Verstandes.
Wenn wir Fernreiki geben oder mit den mentalen Symbolen arbeiten, spüren wir diese unsichtbaren Fäden, die uns alle zusammenhalten. Es entsteht ein tiefes Gefühl von Mitgefühl für andere Wesen, weil wir verstehen, dass ihr Schmerz auch unser Schmerz ist – und ihre Heilung auch ein Stück unserer eigenen Heilung darstellt.

Ein besonderer Begleiter: Wenn der Fuchs den Weg kreuzt
Ein ganz magischer Moment während der Einweihung in den 2. Grad war das Erscheinen eines treuen Wegbegleiters: Der Fuchs zeigte sich meinem Schüler als Krafttier.
In der Welt der Krafttiere steht der Fuchs für Schlauheit, Anpassungsfähigkeit und die Schärfung der Sinne. Im Hinblick auf den Reiki-Weg und speziell den 2. Grad hat dies eine tiefe Bedeutung:
- Feinfühligkeit und Intuition: Der Fuchs bewegt sich lautlos zwischen den Welten – der sichtbaren und der unsichtbaren. Er lehrt den Schüler, nun noch feiner hinzuspüren, die Symbole nicht nur zu zeichnen, sondern ihre Schwingung mit allen Sinnen wahrzunehmen.
- Lösungswege finden: So wie der Fuchs flink Hindernisse umgeht, hilft er dem Reiki-Praktizierenden, Blockaden (auch über die Fernheilung) mit Sanftheit und Geschick zu lösen, statt mit Druck.
- Tarnung und Schutz: Er erinnert uns daran, dass wir die Energiearbeit manchmal im Stillen und Verborgenen wirken lassen dürfen – geschützt und ganz bei uns selbst.
Dass der Fuchs genau in diesem Moment auftauchte, ist ein wundervolles Zeichen für die geschärfte Wahrnehmung, die mein Schüler nun in seine Arbeit mit den Symbolen einfließen lässt. Es ist ein Symbol für das Vertrauen in die eigene, innere Führung.
Abschließende Worte
Wir werden diesen Weg gemeinsam weitergehen. Ich bin dankbar und demütig, diesen Raum halten zu dürfen. Es ist ein Privileg, Zeuge zu sein, wenn ein Mensch sich entscheidet, tiefer zu tauchen, um klarer zu strahlen.
Alles Liebe für deinen Weg in den 2. Grad. Möge der Fuchs dir stets ein weiser Führer sein, die Vergebung dein Wegweiser und die Liebe dein Ziel.
✨ Namasté ✨

